Rückblickend begann alles früher, als mir damals bewusst war. Nach dem Tod meiner Schwester führte mich die Ausbildung zur Wildnis- und Naturpädagogin noch stärker in die Natur. Ich merkte, wie gut mir die Zeit draußen tat und wie sehr sie mir half, zur Ruhe zu kommen. Im Winter ging ich zum ersten Mal diesen besonderen Weg. Im darauffolgenden Frühling, während des Lockdowns, kehrte ich gemeinsam mit meiner Hündin Abbey und meiner Kamera dorthin zurück. Ich war überrascht, wie anders die Landschaft aussah. Aus vielen weiteren Wegen durch alle vier Jahreszeiten entwickelte sich nach und nach die Idee zur Perspektiv-Wanderung.
Es begann im Winter

Der Winter war der Anfang. Nebel lag über der Landschaft, Gräser und Äste waren mit Reif überzogen, vieles verlor sich im Grau. Es war still, etwas düster und zugleich wunderschön. Gerade diese Stimmung zog mich an. Der Bach wirkte dunkel und ruhig, Bäume verschwanden im Dunst und ihre Konturen wurden weicher. Ich blieb immer wieder stehen und fotografierte. Nicht, weil ich ein besonderes Motiv suchte, sondern weil mich diese Atmosphäre berührte. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Bilder einmal den Anfang einer Idee bilden würden.
Frühling

Einige Monate später stand ich wieder an derselben Stelle. Doch die Landschaft zeigte sich ganz anders. Der Nebel war verschwunden, das Eis geschmolzen und das Licht klarer. Wo im Winter vieles verborgen gewesen war, öffnete sich nun der Blick. Zum ersten Mal spürte ich deutlich, wie anders derselbe Ort je nach Jahreszeit wirken kann. Der Weg war derselbe – und doch schien alles neu.
Sommer

Im Sommer zeigte sich die Landschaft erneut von einer anderen Seite. Die Bäume trugen dichtes Laub, die Ufer waren bewachsen und manche Stellen, die im Frühling noch offen gewesen waren, verschwanden beinahe im Grün. Im warmen Licht wirkte alles lebendig und voller Bewegung. Je öfter ich diesen Weg ging, desto genauer sah ich hin. Ich entdeckte Kleinigkeiten, die mir vorher nie aufgefallen waren. Nicht nur die Landschaft veränderte sich – auch meine Art, sie wahrzunehmen.
Herbst

Im Herbst wurde das dichte Grün wieder lichter. Blätter fielen, Konturen traten hervor und das Licht wurde weicher. Wieder stand ich an vertrauten Stellen und fotografierte. Erst als ich die Bilder aus allen vier Jahreszeiten miteinander verglich, erkannte ich: Nicht nur die Landschaft hatte sich verändert. Auch mein Blick war ein anderer geworden. Ich nahm bewusster wahr, sah Zusammenhänge und entdeckte neue Perspektiven, obwohl ich immer denselben Weg gegangen war.
Von dieser Erfahrung zur Perspektiv-Wanderung
Damals hatte die Perspektiv-Wanderung noch keinen Namen. Ihr Grundgedanke war jedoch längst da. Über ein Jahr hinweg hatte ich erlebt, dass derselbe Weg nie wirklich derselbe bleibt. Licht, Wetter und Jahreszeiten verändern die Landschaft immer wieder. Und mit jedem Weg verändert sich auch, was wir sehen und wahrnehmen. Aus dieser Erfahrung entstand später die Perspektiv-Wanderung. Dabei geht es nicht darum, möglichst weit zu laufen oder ein Ziel zu erreichen. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, die Natur bewusst wahrzunehmen und den Blick für das zu öffnen, was im Alltag leicht übersehen wird. Manchmal braucht es keinen neuen Weg. Manchmal reicht es, einen vertrauten Weg mit offenen Augen noch einmal zu gehen.

So begann die Perspektiv-Wanderung: mit Abbey, meiner Kamera und einem Weg, der mich ein ganzes Jahr lang immer wieder überraschte – und mit jeder Jahreszeit eine andere Aussicht zeigte.
Sie können die Perspektiv-Wanderung allein oder gemeinsam mit einer Gruppe erleben. Auf der Seite Erleben erfahren Sie mehr über das Angebot.
Alle Varianten und Preise finden Sie in der PDF-Preisübersicht zur Perspektiv-Wanderung.



